Seek satisfaction | Über das Glück sich zu überwinden

Happy Show MAK

Vor einiger Zeit haben wir THE HAPPY SHOW von Stefan Sagmeister im MAK besucht. 

Vor einiger Zeit trifft es wirklich und leider sind nicht mehr alle Eindrücke ganz so gegenwärtig.

Bleibenden Eindruck hat bei mir der Automat beim Eingang hinterlassen. Wenn man drückt spuckt das Teil zwei Karten aus. Ich drücke also… wie könnte man auch widerstehen? Unmöglich. Eben. Als ich lese was auf den Karten steht, wünsche ich mir es gelassen zu haben. Ich soll jemanden ansprechen und so tun als würde ich ihn kennen. Argh. Total außerhalb meiner Komfortzone. Eine Frau musste wohl ein Lied singen. Als sie fertig war haben alle in der Ausstellung applaudiert. 

stefan sagmeister engagement photography

Ist es das, was Sagmeister meint, wenn er sagt „Seek Discomfort“? Ist das der Weg zum Glück? Zum persönlichen Wachstum gehört es auch sich zu überwinden, die gemütliche Komfortzone zu verlassen, sich zu dehnen, zu strecken. 

Ich gehöre zu den Menschen denen Veränderungen Angst machen können. Das Alte ist vielleicht unbequem, aber immerhin weiß man womit man rechnen muss. Mit solchen Argumenten kann ich mich dann ganz schnell überzeugen, nicht etwas Neues zu wagen. In meiner Zone des Komforts zu bleiben. Auch wenn die vielleicht mit der Zeit komfortabel unkomfortabel geworden ist.

Es ist nicht so leicht etwas Neues zu Gewohnheit zu machen und ich weiß nicht, ob ein einmaliges sich überwinden reicht um eine neue Art von Glücksgefühl hervorzurufen. Es ist ein ständiges sich Überwinden, ein ständiges Dehnen. Ein stetes Versuchen. Wenn ein Ziel erreicht ist, strebt man bereits das nächste an. 

Und doch kann man durch das Ausbrechen aus den eigenen Pfaden etwas über sich entdecken. Ich bekam in meiner Mentorengruppe eine Challenge: ich sollte jeden Tag über eine Woche ein Video mir Periscope senden. Wer das nicht kennt: man sendet live und hat keine Möglichkeit etwas zusammen zu schneiden, raus zu schneiden, im Nachhinein zu verändern. Die Sendung bleibt dann für 24h online. Für mich ein absoluter Albtraum. Schon wenn ich meine eigene Stimme auf meiner Mailboxansage höre, bekomme ich Gänsehaut. Und wieso ist mein Mund eigentlich immer schief, wenn ich spreche?

Und trotzdem: ich habe es gemacht. Der erste Tag war schrecklich. Ich habe den halben Tag gebraucht um mich mental darauf vorzubereiten. Und dann die zweite Hälfte des Tages dafür die Aufregung zu verdauen.  Am zweiten Tag ging es besser und am vierten habe ich gar nicht mehr darüber nachgedacht, dass ich eigentlich kein Video machen möchte. Im Gegenteil, ich habe mir die Videos dann angesehen und fand, dass es sich weit schlimmer anfühlt es zu machen. Das Ansehen hingegen… so schlecht hab ich mich gar nicht gemacht! Was nicht heißt, dass Periscope nun mein neuestes Ding ist, aber Videos zu machen ist nicht wie zuvor ein rotes Tuch ;)


When we saw the „Happy“ exhibition by designer Stefan Sagmeister in Vienna’s MAK, I was immediately drawn to the installation Seek Discomfort. For one, there was a bicycle involved. Depending on your effort of riding the stationary bike, the letters will light up in front of you spelling out “Actually doing the things I set out to do increases my overall level of satisfaction.” And after a moment: “Seek Discomfort,” which reads almost as a bonus track. I have said it all along: riding your bike makes you happy! (Even though that may have been more of a subtext than the actual call of the installation. Just perhaps.) What I love about it is the simplicity of the statement. We do not always have to go out and beyond to achieve contentment. It will make you happy to simply do the things you have been wanting and planning to do. I sure see it after I have completed my to-do-lists ;) There is an implicit satisfaction in holding your promise and it starts with those you give to yourself. And then there’s the advice: seek discomfort. Because once you have overcome that obstacle, you will feel even stronger and more accomplished. It might not be comfortable, but it will be gratifying.

Verlobungsfotografie Wien

And then check this out. After a couple of weeks after our visit to the exhibition, we were asked to shoot the engagement of Wei Wei and Matthias at exactly this location. And when I say engagement, I mean, documenting Matthias’ surprise proposal. Needless to say, I was nervous on his behalf. This is what empathy will get you: you get nervous with the couple and you cry at their wedding – but that’s another story.

And then it hit me: speaking of seeking discomfort and overcoming it for getting the person you love to say yes to you, now I call that worth the uneasiness, won’t you? And so it was perfect and filled with nervousness and giggles, surprises, and most importantly happiness. There you go. Well done.

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